Ursprung und Spielaufbau

Checkers ist eine Variante des Damespiels und damit schon sehr alt. Der Ursprung des Spiels Dame liegt vermutlich im 10. oder auch 11. Jahrhundert. Die Idee stammt dabei aus Frankreich, wo man als Grundlage für das Spiel einfach das bereits bekannte Schachbrett übernahm. Bis heute wird das Schachbrett für alle Varianten des Damespiels genutzt, unterscheidet sich jedoch in einigen Fällen in seiner Größe.

Auch der Großteil der Spielregeln des Damespiels wurde von einem anderen Spiel übernommen: Alquerque. Dieses stammt aus der Türkei und entstand ebenfalls ungefähr im 10. Jahrhundert. Vergleicht man den Spielaufbau wird schnell die Verbindung zwischen den beiden Spielen deutlich. Das Spielfeld bei Alquerque der Größe 5×5 ist mit jeweils 5 waagerechten und senkrechten sowie 6 diagonalen Linien versehen. Dadurch sind die möglichen Wege der Spielsteine begrenzt. Dieses Spielfeld ähnelt dabei auch einem Mühle-Spiel, welches durch einige weitere Linien und Knotenpunkte ergänzt wurde. Steine können auch bei Alquerque nur entlang der Linien gezogen werden, wobei er jeweils nur einen Knotenpunkt weiter bewegt wird. Das Damespiel ist ähnlich aufgebaut, auch wenn es nicht mit Linien oder Knotenpunkten versehen ist. Durch das verwendete Schachbrett sind diese jedoch auch gänzlich unnötig.

Bevor das Spiel „Dame“ genannt wurde, hieß es „ferses“, was sich von den Damen ableitet. Zu dieser Zeit konnte die Dame ebenfalls nur ein Feld weiter gehen. Das „Schlagen“ eines Spielsteines durch das Überspringen wurde durch Alquerque übernommen und erweiterte das anfängliche „ferses-Spiel“. Dadurch änderte sich auch der Name und man bezeichnete es meist als „Fierges“.

Doch das herkömmliche Damespiel hat nicht nur mit Alquerque Ähnlichkeit. Aus dem Schachspiel wurde zum Beispiel übernommen, dass die Dame nicht zwingend jeden Stein schlagen muss, sofern sich ihr diese Möglichkeit bietet. Dies wurde erst im Jahre 1535 geändert und jeder Stein, der nicht der Notwendigkeit des „Schlagens“ folgte, wurde selbst vom Spielfeld entfernt. Weitere Änderungen in den Spielregeln gab es bis heute nur bedingt. Diese schlagen sich lediglich in den verschiedenen Varianten des Damespiels wieder, von denen auch Checkers eine ist.

 

Spielaufbau und Regeln

Der Spielaufbau für ein Damespiel oder auch Checkers ist relativ einfach. Die Grundlage bildet ein Schachbrett mit meist 8×8 Feldern. Es gibt in einigen Damevarianten auch ein Spielbrett mit 10×10 Feldern, wobei dies jedoch keine gravierende Änderung am eigentlichen Spiel bedeutet. Die Internationale Dame zum Beispiel wird auf einem Brett mit 10×10 Feldern gespielt. Hier sind die Regeln auch etwas lockerer im Vergleich zum Checkers-Spiel, doch dazu später mehr.

Bevor mit dem Spiel begonnen werden kann, müssen zunächst die Spielsteine aufgestellt werden. Gespielt wird mit flachen, runden Steinen, die nach Farben getrennt an zwei gegenüberliegenden Seiten des Spielbretts in zwei Reihen aufgebaut werden. Die Steine befinden sich dabei ausschließlich auf den dunklen Feldern. Begonnen wird das Spiel von den weißen Steinen, wobei diese einfachen Steine ausschließlich vorwärts und jeweils nur ein Feld diagonal vorwärts gehen dürfen.

Ziel des Spieles ist es sämtliche Steine des Gegners vom Spielfeld zu entfernen. Dafür gibt es verschiedene Taktiken, die je nach aktueller Spiellage angewendet werden können. Da das Damespiel zu den Brettspielen gehört, welches auch in Turnieren gespielt wird, sind verschiedene dieser Taktiken heute sehr weit verbreitet. Hierzu wird ebenfalls an anderer Stelle weiteres erläutert. Vorerst ist lediglich die Vorgabe wichtig, dass sich die Spielsteine jeweils nur um ein Feld bewegen können. Da sie sich nur auf den schwarzen Feldern bewegen können und ausschließlich vorwärts, gibt es für die einfachen Steine nur sehr wenige Möglichkeiten.

Anders verhält es sich jedoch mit einer Dame. Sie wird immer dann erreicht, wenn ein einfacher Spielstein die gegenüberliegende Seite des Spielbretts erreicht. Sobald die Grundlinie des Gegners erreicht wurde, wird der einfache Spielstein mit einem weiteren ergänzt, sodass die Dame kenntlich gemacht wird. Natürlich ist es gerade zu Beginn schwierig einen Stein über das gesamte Brett zu bewegen, sodass dies durchaus einige Spielminuten in Anspruch nehmen kann. Für eine Dame gelten dann gesonderte Regeln, die sich jedoch auch in Abhängig von der gespielten Dame-Variante unterscheiden können. Bei dem Turnierdamespiel auf einem Brett von 10×10 Feldern darf die Dame oft eine beliebige Anzahl an Feldern gehen, wobei sie auch in ihrer Zugrichtung nicht eingeschränkt ist. Für Checkers ist dies ähnlich: Die Dame ist in den Zugrichtungen ebenfalls nicht begrenzt, kann sich jedoch jeweils nur ein Feld fortbewegen.

Damen wie auch einfache Steine können beziehungsweise müssen einen anderen Stein schlagen, sofern sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Steht vor einem einfachen Stein in einem diagonal angrenzenden Feld ein Stein der gegnerischen Farbe, dann muss dieser im nächsten Spielzug geschlagen werden. Dazu wird der gegnerische Stein übersprungen und vom Spielfeld genommen. Erreicht der Spieler durch diesen Sprung eine ähnliche Situation, muss der Spielzug entsprechend fortgesetzt werden. In diesem Fall können also auch einfache Steine über mehrere Felder bewegt werden. Die Dame wird bei Checkers in dieser Hinsicht gleich behandelt. Lediglich bei der internationalen Damevariante, bei der die Dame eine beliebige Anzahl von Feldern bewegt werden kann, ergeben sich mehr Möglichkeiten. Einzige Vorgabe ist hierbei, dass die Dame auf dem Feld direkt hinter dem geschlagenen Stein aufgesetzt wird. Von hier aus wird dann der Spielzug gegebenenfalls fortgesetzt.

 

Spielvarianten von Checkers und Dame

Checkers ist nicht die einzige Variante des ursprünglichen Damespiels. Es haben sich heute zahlreiche durchgesetzt, die in ihren Regeln sehr unterschiedlich sind. In diesem Abschnitt sollen die verschiedenen Möglichkeiten einmal zusammengefasst werden.

Den Anfang der Variation bildet selbstverständlich das verwendete Spielbrett. In vielen Fällen hat es eine Größe von 10×10 Feldern, doch auch 8×8 oder 12×12 Felder sind möglich. Der Aufbau der Steine ist dann in der Regel gleich. In der türkischen Variante werden die Steine jedoch nicht in den beiden ersten Reihen der jeweiligen Spielerseite aufgebaut, sondern in der zweiten und der vierten Reihe. Hier werden die Steine zudem nicht nur auf den dunklen Feldern sondern auf allen Feldern aufgebaut und können sich ausschließlich horizontal oder vertikal bewegen. Eine diagonale Bewegung ist bei der türkischen Dame nicht erlaubt.

Beim Schlagen eines anderen Steins durch einen einfachen Spielstein gibt es ebenfalls Unterschiede. Hier kann entweder nur ein Stein geschlagen werden oder aber mehrere durch passende Sprünge. Die Richtung ist dabei in einigen Varianten ausschließlich vorwärts, in anderen ist dagegen auch eine Rückwärtsbewegung zum Schlagen des jeweiligen Steines möglich. Anders verhält es sich bei der Dame. Sie kann entweder einen oder aber mehrere Steine schlagen. Die Richtung ist dabei nebensächlich, da sich die Dame in allen Varianten in alle Richtungen bewegen kann.

Auch der Zwang des Schlagens wird in den verschiedenen Spielvarianten des Damespiels unterschiedlich gehandhabt. Die gängigsten sind hierbei das Schlagen von möglichst vielen Steinen, der Vorrang der Dame vor einem einfachen Stein sofern beide einen anderen Stein schlagen können und umgekehrt auch der Vorrang des Schlagens der Dame vor einem einfachen Stein, sofern beides möglich ist.

In einem Turnier sind die Regeln im Spiel jedoch klar definiert und entsprechend weniger frei. Die ersten drei Züge werden dabei aus einer Reihe bekannter Eröffnungen ausgelost. Die Spieler haben so nicht die Möglichkeit selbst die Strategie vom Anfang des Spieles zu bestimmen. Anders als vielleicht angenommen wird auch nicht nur eine einzige Partie gespielt. Vielmehr spielen beide Spieler jeweils einmal als weißer und einmal als schwarzer Spieler. Bei der Eröffnung beider Spiele werden dabei jeweils die vorher ausgelosten Schritte verwendet, sodass ein sehr hohes Maß an Fairness während des Spiels erreicht wird.

 

Strategie für ein Checkers Spiel

Wer zu einem Checkers Spiel antritt, sollte sich die einzelnen Spielzüge gut überlegen. Wer sich streng an die Spielregeln hält und sie nicht mit jenen der anderen Spielvarianten kreuzt, muss während des Spiels eigentlich nur beachten, dass es ausschließlich der Dame erlaubt ist, sich in sämtliche Richtungen zu bewegen. Die Schlagregeln sind ebenfalls klar definiert. Kann ein Stein geschlagen werden, so ist es Pflicht diesen entsprechend auch zu schlagen. Die Dame hat dabei immer Vorrang – sowohl als schlagender als auch als geschlagener Spielstein. Während alle Steine (auch die Dame) bei einem Zug nur ein Feld vorrücken dürfen, können beziehungsweise müssen beim Schlagen alle möglichen Steine übersprungen und damit geschlagen werden.

Um eine Strategie für das Spiel zu finden, sollte zu Beginn eines klargestellt werden: Es ist nicht oder nur äußerst selten eine Strategie am Anfang des Spieles festzulegen und über den gesamten Spielverlauf beizubehalten. Die Größe des Spielfeldes ermöglicht eine Vielzahl an Spielzügen und damit auch Reaktionen des Gegners, die nach ausreichender Flexibilität verlangen um ans Ziel zu gelangen. Grundsätzlich ist es jedoch von Vorteil wenigstens zwei Züge im Voraus zu planen. Dennoch gibt es einige Strategien, die zu einer höheren Gewinnchance führen.

Das Wesentliche hinter einer Strategie ist das Ziel des Spieles: Der Gegner sollte alle Steine auf dem Spielfeld verlieren. Das bedeutet, die eigenen Steine sollen möglichst viele gegnerische Steine schlagen. Um hierfür eine gute Grundlage zu schaffen, ist es wichtig die eigenen Spielsteine so zu platzieren, dass sie eine möglichst hohe Anzahl an ‚freien‘ Feldern abdecken. Dadurch wird der Gegner systematisch gezwungen auf eines dieser Felder zu springen und kann im nächsten Zug geschlagen werden. Hier kommt es ausschließlich auf die eigene Geschicklichkeit an, sodass dies eine sehr gut funktionierende Strategie ist, sobald die Steine erst einmal in passende Positionen gebracht werden konnten.

Gerade darin liegt allerdings die Schwierigkeit in dieser Strategie. Es ist also entscheidend, gleich zu Beginn des Spiels die richtigen Steine zu setzen. Hier kommt insbesondere den Steinen im Zentrum des Feldes die höchste Bewertung zu. Wird hier gleich zu Beginn ein Stein gesetzt, dann beherrscht er direkt die größtmögliche Anzahl an Feldern. Durch die diagonalen Wege ist sind dies zudem die meist genutzten Wege. Natürlich kann dies auch mit Randsteinen erzielt werden, wobei die Steine diese Wirkung nur bei jedem zweiten Zug haben. Da der Rand für eine erfolgreiche Strategie dauerhaft geschützt sein sollte, dürfen diese Steine die Randsteine entsprechend nicht verlassen.

Für die fortlaufende Strategie eignet sich auch das geschickte Positionieren weiterer Steine für Schlagfälle. Wird ein eigener Stein geschlagen, sollte direkt dahinter kein weiterer Stein aus den eigenen Reihen positioniert werden. Dadurch werden die ‚schlagbaren‘ Steine in ihrer Anzahl begrenzt und es ist dem Gegner schwerer möglich, sämtliche Steine vom Brett zu entfernen. Ziel sollte während dieser Zeit jedoch immer sein das Zentrum des Brettes möglichst zu besetzen. Auf diese Weise wird der Gegner in den Möglichkeiten zur Platzierung seiner Spielsteine eingeschränkte und die Chance auf einen guten Schlagzug steigt. Sofern ein Stein geschlagen werden muss, sollte dadurch keine Lücke in der eigenen Formation entstehen. Gerade hier liegt allerdings auch die Schwierigkeit des Spiels, da es die Notwendigkeit des Schlagens in verschiedenen Fällen schwer macht, eine Lücke schnell zu schließen.